Es wer­de Klang IV: aller guten Din­ge sind drei

Hal­lo Ihr Lieben,

ich begrü­ße Euch herz­lich zum vier­ten und letz­ten Teil mei­ner klei­nen Serie über die Erfah­run­gen, die ich mit der Schaf­fung eige­ner Musik gemacht habe. Im ers­ten Teil mei­ner Serie hat­te ich Euch ja zunächst auf eine Zeit­rei­se in das Jahr 1989 mit­ge­nom­men, um Euch davon zu berich­ten, wie ich mich von jugend­li­chem Leicht­sinn beseelt dazu ange­schickt hat­te, der frisch in mein Leben getre­te­nen Dame mei­nes Her­zens ein Kla­vier­stück zu kom­po­nie­ren. Im zwei­ten Teil hat­ten wir dann einen Zeit­sprung in das Jahr 2019 voll­führt, in wel­chem ich mir vor­ge­nom­men hat­te, besag­tes Kla­vier­stück anläss­lich der für Anfang 2020 geplan­ten Geburts­tags­fei­er mei­ner Her­zens­da­me in ein Streich­quar­tett zu tran­skri­bie­ren. Im drit­ten Teil ging es dann um den zwei­ten Satz jenes Streich­quar­tetts, den ich mei­nem Werk kurz vor der Fei­er noch hin­zu­ge­fügt hat­te, um mei­ner Frau mehr als nur ein recy­cel­tes Stück aus längst ver­gan­ge­nen Jugend­jah­ren dar­bie­ten zu kön­nen. Das Gan­ze kul­mi­nier­te schließ­lich in der eigent­li­chen Auf­füh­rung des nun­mehr aus zwei Sät­zen bestehen­den Werks auf besag­ter Feier. 

Neben vie­len Hin­ter­grün­den zu den musi­ka­li­schen Details und Inspi­ra­ti­ons­quel­len mei­ner Schöp­fung ent­hiel­ten mei­ne bis­he­ri­gen Aus­füh­run­gen ins­be­son­de­re detail­rei­che Schil­de­run­gen mei­ner emo­tio­na­len Reak­tio­nen auf das gesam­te Gesche­hen rund um die Ent­ste­hung und Auf­füh­rung mei­ner Musik. Die­ser Umstand hat mich beim Schrei­ben der bis­he­ri­gen Bei­trä­ge mehr­fach zu der Fra­ge geführt, inwie­weit die Selbst­er­fah­rung bei mei­nen kom­po­si­to­ri­schen Ambi­tio­nen min­des­tens so eine gro­ße Rol­le gespielt hat, wie der auf­rich­ti­ge Wunsch, mei­ner innig gelieb­ten Frau ein sehr per­sön­li­ches Geschenk zu machen. Dabei weiß ich noch gar nicht so recht, ob man das über­haupt kri­tisch hin­ter­fra­gen muss. Steckt denn nicht letzt­lich in allem, was wir tun, immer auch ein biss­chen Ego­trip? Und wenn ja, ist das wirk­lich ver­werf­lich? Sind Ego­trips nicht gera­de die unent­behr­li­che Antriebs­quel­le für so vie­les, was wir alle tag­täg­lich voll­brin­gen — und zwar ins­be­son­de­re auch zum Woh­le unse­rer Mitmenschen? 

Naja — las­sen wir die­se psy­cho­phi­lo­so­phi­schen Betrach­tun­gen jetzt ein­fach mal bei­sei­te. Es ist, wie es ist. Ich habe trotz­dem das drän­gen­de Bedürf­nis, das alles auf­zu­schrei­ben und mit Euch zu tei­len. Möge sich jeder von Euch ger­ne sein eige­nes Urteil zur gera­de betrach­te­ten Fra­ge­stel­lung bil­den, wenn er es denn ger­ne möch­te. Nun also erst­mal zurück zu mei­ner Geschichte:

Zwangs­ent­schleu­nigt

Eigent­lich hat­te ich alles erreicht: die Auf­füh­rung war gelun­gen, die ers­ten bei­den Sät­ze mei­nes Streich­quar­tetts waren in der Welt. Ich hät­te also jeden Grund gehabt, mit die­sem Resul­tat mei­ner Anstren­gun­gen aus­ge­spro­chen zufrie­den sein. Und doch hat­te gera­de die Auf­füh­rung so vie­les in mir aus­ge­löst, das ich nicht wirk­lich begrei­fen konn­te. Sicher war nur, dass ich von alle­dem nach­hal­tig auf­ge­wühlt war. Mir ging das alles tage- wenn nicht wochen­lang nach und ich spür­te ein­fach, dass ich es mit der Auf­füh­rung wäh­rend der Fei­er nicht bewen­den las­sen konn­te — und auch nicht wollte. 

Als aller­ers­te Maß­nah­me nahm ich mir daher vor, das gan­ze Werk noch­mals in einem halb­wegs pro­fes­sio­nel­len Ton­stu­dio auf­neh­men zu las­sen, um es ers­tens in einer bes­se­ren Ton­qua­li­tät und zwei­tens ohne die ärger­li­chen Pat­zer wäh­rend der live-Auf­füh­rung ver­füg­bar zu machen. Ich wand­te mich also an eine mei­ner aller­bes­ten Freun­din­nen, die her­vor­ra­gend in der Film­bran­che ver­netzt ist, und such­te auf die­se Wei­se, an geeig­ne­te Kon­tak­te für Ton­auf­nah­men zu gelangen. 

Mitt­ler­wei­le war es aller­dings schon März 2020 gewor­den, und das bedeu­te­te, dass urplötz­lich die ver­meint­lich fast aus dem Nichts kom­men­de SARS-CoV-2-Pan­de­mie mit aller Här­te zuschlug. Die Welt, in der wir eben noch all­zu sorg­los gelebt hat­ten, exis­tier­te mit einem Mal nicht mehr. All­ge­mei­ner Lock­down, kei­ne Cafés, kei­ne Schu­le, kei­ne Restau­rants, kein Thea­ter, kei­ne Vor­le­sun­gen, kein Kino, kei­ne Tref­fen mit Fami­lie oder Freun­den — mit ande­ren Wor­ten: kein gesell­schaft­li­ches Leben mehr. Ein Quar­tett zusam­men­zu­brin­gen, das gemein­sam mein Stück ein­stu­die­ren und in einem engen Ton­stu­dio auf­zeich­nen wür­de, war somit schon wegen der bestehen­den Infek­ti­ons­schutz­auf­la­gen undenk­bar. Mal ganz davon abge­se­hen, dass die meis­ten Musi­ker und Ton­tech­ni­ker gera­de ganz ande­re Pro­ble­me hat­ten — und wir selbst natür­lich auch.

Ja, der ers­te Lock­down. Was war das für eine ver­rück­te Zeit. Immer­hin hat­te die dadurch beding­te Zwangs­ent­schleu­ni­gung ja anfangs durch­aus noch etwas Gemüt­li­ches. Und die­ses ein­zig­ar­ti­ge Kol­lek­tiv­erleb­nis, für das wohl kei­ner von uns auf einen nütz­li­chen Erfah­rungs­schatz zurück­grei­fen konn­te, fühl­te sich zunächst fast ein biss­chen aben­teu­er­lich an. Aber mit die­sen posi­ti­ven Neben­ef­fek­ten war es dann doch wie­der ziem­lich schnell vor­bei: nach­dem uns allen näm­lich im Lau­fe der Wochen und Mona­te so lang­sam zu däm­mern begann, dass unser bis­he­ri­ges Leben auf abseh­ba­re Zeit nicht wie­der­kom­men wür­de, war dem Gan­zen ziem­lich schnell nichts mehr Posi­ti­ves abzu­ge­win­nen. Es domi­nier­ten Ver­un­si­che­rung, depres­si­ve Ver­stim­mun­gen und Zukunfts­ängs­te. Nie­mand wuss­te, wie lan­ge das alles so wei­ter­ge­hen bzw. wohin es sich über­haupt letzt­lich ent­wi­ckeln wür­de. Für mein Musik­pro­jekt bedeu­te­te das also, dass bis auf Wei­te­res weder die nöti­ge Muße noch irgend eine rea­lis­ti­sche Mög­lich­keit in Sicht war, die ersehn­te Auf­zeich­nung zu realisieren.

Auf ein Neues

Aber so ganz „sang- und klang­los” (wort­wört­lich…) woll­te ich mei­ne kom­po­si­to­ri­schen Anstren­gun­gen dann auch wie­der nicht auf­ge­ben. Irgend­wann im Spät­som­mer 2020 beschloss ich daher, das War­ten auf eine sich auf­tu­en­de Mög­lich­keit, mein Stück pro­fes­sio­nell ein­spie­len zu las­sen, mit der Arbeit am noch feh­len­den drit­ten Satz zu über­brü­cken. Nach dem Mot­to: „wenn ich eh war­ten muss, kann ich das Stück in der Zwi­schen­zeit genau­so gut gleich fer­tig schrei­ben.” Also: frisch ans Werk! 

Dies­mal hat­te ich aller­dings so gut wie kein Mate­ri­al zur Hand, auf dem ich hät­te auf­bau­en kön­nen. Das Ein­zi­ge was ich wuss­te, war dass der drit­te Satz wie­der in der Ursprungs­ton­art a‑Moll des ers­ten Sat­zes erklin­gen und nach dem lang­sa­men Mit­tel­satz tra­di­ti­ons­ge­mäß wie­der schnell und furi­os daher­kom­men soll­te. Außer­dem soll­te das Gan­ze — eben­so tra­di­ti­ons­ge­mäß — in Form eines soge­nann­ten Ron­dos ange­legt sein. 

Ein sol­ches Ron­do besteht zum einen aus dem soge­nann­ten Ritor­nell, das so heißt, weil es im Lau­fe des Stücks immer wie­der­kehrt, und zum ande­ren aus den soge­nann­ten Epi­so­den, die zwi­schen die Wie­der­ho­lun­gen des Ritor­nells gescho­ben wer­den. Die Epi­so­den kön­nen dabei durch­aus frei und unab­hän­gig von­ein­an­der gestal­tet sein. Sche­ma­tisch betrach­tet sieht ein Ron­do damit also in etwa so aus, wobei „R” das Ritor­nell sei und „E1″, „E2″ und „E3″ die ver­schie­de­nen Episoden:

Was Cha­rak­ter und Struk­tur des drit­ten Sat­zes angeht, hat­te ich letzt­lich den drit­ten Satz aus mei­nem unan­ge­foch­te­nen Lieb­lings-Kla­vier­kon­zert im Kopf: Mozarts zwan­zigs­tes Kla­vier­kon­zert in d‑Moll (KV466). Ein wahr­haft über­ir­di­sches Werk, von dem ich selbst­be­wusst behaup­ten wür­de, dass es schlicht­weg kein bes­se­res auf der Welt gibt. Eine fan­tas­ti­sche Ein­spie­lung von besag­tem drit­ten Satz könnt Ihr hier hören. 

Neben dem wild/furiosen Cha­rak­ter des Ritor­nells hat mich dar­in für mei­nen eige­nen drit­ten Satz vor allem die Art inspi­riert, in der schon die ein­zel­nen Wie­der­ho­lun­gen des Ritor­nells mit aus­la­den­den, durch­füh­rungs­ar­ti­gen Wei­ter­ent­wick­lun­gen daher­kom­men, die dem Gan­zen eine unge­heu­re Kraft ver­lie­hen. So ähn­lich hät­te ich es im Ide­al­fall auch ger­ne auch für mei­nen drit­ten Satz gehabt (natür­lich im Rah­men mei­ner an Mozart gemes­sen extrem beschei­de­nen Möglichkeiten).

Was das inhalt­li­che Pro­gramm des drit­ten Sat­zes anging, war es nur fol­ge­rich­tig, ihn der Zukunft unse­rer Bezie­hung zu wid­men, nach­dem ja der ers­te Satz für die Ver­liebt­heit aus der Früh­zeit unse­rer Bezie­hung und der zwei­te für das Glück des seit­her gemein­sam ver­brach­ten Lebens stand. Nach so vie­len gemein­sa­men Jah­ren ent­wi­ckelt eine Bezie­hung schließ­lich im Ide­al­fall eine gewis­se Rei­fe, die es ermög­licht, den vie­len teils durch­aus anspruchs­vol­len Her­aus­for­de­run­gen des sich immer wie­der ver­än­dern­den gemein­sa­men Lebens kon­struk­tiv und opti­mis­tisch ent­ge­gen­zu­tre­ten. Der drit­te Satz soll­te daher Aspek­te wie die Trans­for­ma­ti­on von der Auf­bau­pha­se zu einer gereif­ten Zwei­sam­keit und den zuge­hö­ri­gen Abschied von ver­gan­ge­nen Lebens­ab­schnit­ten aber auch die neue Gelas­sen­heit der rei­fe­ren Lebens­jah­re sowie die Kom­ple­xi­tät des Zusam­men­le­bens in Musik ausdrücken.

Na super, Dani­el. Viel schwe­rer kann man es sich ja kaum noch machen. Wie soll man denn Bit­te solch abs­trak­te Begrif­fe über­haupt in Musik fas­sen? Und das als blu­ti­ger Laie? Geht’s noch? Ande­rer­seits: nach den Erfah­run­gen mit den ers­ten bei­den Sät­zen hat­te ich dann doch das Gefühl, kom­po­si­ti­ons­tech­nisch viel dazu­ge­lernt zu haben und inso­weit ein gewis­ses Selbst­ver­trau­en (oder doch eher maß­lo­se Selbst­über­schät­zung?) auf­ge­baut. Außer­dem hielt ich es ein wenig mit John F. Ken­ne­dys Leit­satz aus sei­ner berühm­ten 1962er-Anspra­che zum Mondfahrprogramm: 

We choo­se to go to the Moon in this deca­de and do the other things, not becau­se they are easy, but becau­se they are hard

(wir haben uns ent­schie­den, in die­sem Jahr­zehnt zum Mond zu gehen und die ande­ren Din­ge zu tun, nicht weil sie ein­fach sind, son­dern weil sie schwer sind)

ADDRESS AT RICE UNIVERSITY, HOUSTON, TEXAS, 12. SEPTEMBER 1962

Mozart, Ken­ne­dy?

Viel­leicht brau­che ich doch mal in Bezug auf mei­ne Grö­ßen­fan­ta­sien the­ra­peu­ti­sche Unterstützung… 

Wie dem auch sei: Ken­ne­dy woll­te wohl sagen, dass man an sei­nen Her­aus­for­de­run­gen wächst und es daher loh­nens­wert sei, sich selbst ab und an mal sol­che Her­aus­for­de­run­gen zu stel­len. Also: auf geht’s!

Wie­der­keh­ren­des

Mein Ritor­nell soll­te also wild/furios daher­kom­men. Gleich­zei­tig woll­te ich wei­ter­hin in der slawisch/osteuropäischen Klang­welt blei­ben — gewis­ser­ma­ßen so, als wür­de ich den ers­ten Satz mit all den Erfah­run­gen der seit­her ver­gan­ge­nen 31 Jah­re noch­mals neu erfin­den wol­len. Und außer­dem schweb­te mir mit Blick auf das inhalt­li­che Pro­gramm ein aus zwei The­men bestehen­des Ritor­nell vor, denn es soll­ten ja Aspek­te einer Zwei­er­be­zie­hung musi­ka­lisch zum Aus­druck gelan­gen. Mir schien es daher oppor­tun, jedem der bei­den Bezie­hungs­part­ner sei­nen eige­nen Ritor­nell-Teil zuzu­ord­nen, so dass das Wech­sel­spiel die­ser bei­den The­men zum Sinn­bild für das Wech­sel­spiel inner­halb unse­rer Part­ner­be­zie­hung wer­den möge.

Da ich mich dies­mal ohne jed­we­de Ter­min­vor­ga­ben ans Werk machen konn­te, stand ich dem­entspre­chend nicht unter Zeit­druck und begann daher in aller Ruhe — teils mit MuseS­core, teils am Kla­vier — an ein paar Ideen her­um zu expe­ri­men­tie­ren. Nach eini­gen Tagen (viel­leicht waren es auch Wochen — ich weiß es nicht mehr genau) kam ich dann irgend­wann zu fol­gen­der Gestalt für mein Ritor­nell, wobei der ers­te Teil in Grün und der zwei­te in Rot her­vor­ge­ho­ben ist:

Man beach­te, dass ich hier bereits die geball­ten Erfah­run­gen aus den bis­he­ri­gen zwei Sät­zen ein­ge­bracht hat­te. Das mach­te sich zum Einen dar­in bemerk­bar, dass sich die zwei­te Vio­li­ne dies­mal end­lich weit­ge­hend kon­se­quent unter der Ers­ten hielt. Zum Ande­ren hat­te ich zwi­schen­zeit­lich erkannt, dass es nicht egal ist, wel­ches Instru­ment wel­chen Ton spielt. Der glei­che Ton klingt mit einer Brat­sche gespielt durch­aus anders als mit einer Vio­li­ne. Daher ver­teil­te ich ins­be­son­de­re die Beglei­tung zum ers­ten Ritor­nell-Teil gleich­mä­ßig auf zwei­te Vio­li­ne und Brat­sche, um die Klän­ge bei­der Instru­men­te indi­vi­du­el­ler zur Gel­tung kom­men zu lassen:

Über­haupt hat­te ich den spe­zi­el­len Klang der Brat­sche im Lau­fe mei­ner Erfah­run­gen mit den ers­ten bei­den Sät­zen zuneh­mend zu schät­zen gelernt. Doch dazu spä­ter mehr. Für den Moment beschäf­tig­te mich viel­mehr ein geeig­ne­ter Ein­stieg in mein Ron­do. Einer zwi­schen­zeit­lich in den ers­ten bei­den Sät­zen eta­blier­ten Tra­di­ti­on fol­gend, woll­te ich näm­lich dem ers­ten Vor­kom­men des gera­de geschaf­fe­nen Ritor­nells ger­ne wie­der eine Art Ein­lei­tungs­the­ma vor­an­stel­len — dies­mal aller­dings nicht nur in der ers­ten Vio­li­ne, son­dern unter Ein­be­zie­hung aller vier Stim­men. Das Gan­ze soll­te ein biss­chen so klin­gen, als wür­de die ers­te Vio­li­ne nach dem ver­träum­ten Aus­klang des lyrisch-schwe­ben­den zwei­ten Sat­zes die ande­ren Stim­men wie­der wach­rüt­teln und zurück zur auf­ge­wühl­ten Lei­den­schaft rufen wol­len. Her­aus­ge­kom­men ist dabei folgendes:

Qua­si kom­ple­men­tär dazu soll­te auch der Abschluss für das ers­te Vor­kom­men mei­nes Ritor­nells aus einem Motiv bestehen, das nach­ein­an­der von allen Instru­men­ten auf­ge­grif­fen wird und in eine effekt­vol­le Kadenz mün­det. Für das Motiv selbst bedien­te ich mich dabei aus dem Mate­ri­al des ers­ten Takts mei­nes Ritor­nells. Das Gan­ze klang dann so:

Fein. Das ers­te Vor­kom­men mei­nes Ritor­nells war damit bereits „im Kas­ten”. Alles zusam­men klang dann so:

Ganz ehr­lich: ich war selbst ein wenig erstaunt, wie rund und stim­mig die gan­ze Sache klang. Klar: dazu hat­te ich dann auch wirk­lich schon eine Wei­le an alle­dem bas­teln müs­sen. Aber letzt­lich spür­te ich förm­lich wäh­rend der Arbeit am Ritor­nell, dass ich gegen­über den ers­ten bei­den Sät­zen mit mei­nen kom­po­si­to­ri­schen Mög­lich­kei­ten deut­lich wei­ter­ge­kom­men war. Das Gan­ze fühl­te sich immer weni­ger nach Hob­by­bas­teln, son­dern zuneh­mend mehr nach etwas Ernst­haf­te­rem an. 

Wil­de Episoden

Als Nächs­tes galt es nun, dem Ritor­nell die ers­te Epi­so­de fol­gen zu las­sen. Hier woll­te ich die ein­gangs schon ange­deu­te­ten Anspie­lun­gen auf den not­wen­di­gen Abschied von ver­gan­ge­nen Lebens­pha­sen in Musik fas­sen. Genau­er gesagt soll­te anklin­gen, wie sich die nost­al­gi­schen Rück­be­sin­nun­gen auf längst Ver­gan­ge­nes immer mal wie­der einen ver­schlun­ge­nen Weg in das gegen­wär­ti­ge Bewusst­sein bah­nen und uns dazu zu ver­füh­ren suchen, die ver­meint­lich so glän­zen­de Ver­gan­gen­heit wie­der auf­le­ben zu las­sen, anstatt zu akzep­tie­ren, dass sich die Lebens­be­din­gun­gen mit fort­schrei­ten­der Ent­wick­lung ver­än­dern und inso­fern nach eige­nen, neu­en Gestal­tungs­for­men für unser gegen­wär­ti­ges Leben ver­lan­gen. Ähn­li­ches gilt für die Macht, die einst­mals erleb­te Trau­ma­ta über unser Leben zu behal­ten ver­su­chen und sich somit immer wie­der stö­rend in unser Gegen­warts­be­wusst­sein drängen. 

Um der­ar­tig Tief­grün­di­ges in mei­ner ers­ten Epi­so­de aus­zu­drü­cken, woll­te ich cha­rak­te­ris­ti­sche Frag­men­te aus dem „Lebensglück”-Motiv eben­so wie aus dem „Dramatik”-Motiv mei­nes zwei­ten Sat­zes in ver­frem­de­ter Form erklin­gen las­sen. Gleich­zei­tig soll­ten die­se Frag­men­te aber von Moti­ven umspielt wer­den, die den Geist der lodern­den Unru­he aus dem Ritor­nell fort­füh­ren — gewis­ser­ma­ßen als klang­li­ches Sinn­bild für den unvor­her­seh­ba­ren Fluss des künf­ti­gen gemein­sa­men Lebens, in den sich die vor­ge­nann­ten Ele­men­te der Ver­gan­gen­heit aus dem Hin­ter­grund her­aus einschleichen.

Um mich die­sem ehr­gei­zi­gen Vor­ha­ben zu nähern, begann ich zunächst mit einer Modu­la­ti­on nach c‑Moll — jener Ton­art also, in der das Dra­ma­tik-Motiv mei­nes zwei­ten Sat­zes gesetzt ist. Dazu ver­wen­de­te ich eine Sequenz aus Frag­men­ten mei­nes Ein­lei­tungs­the­mas, die dann schließ­lich mit einem wuch­ti­gen Akzent in G‑Dur (als Domi­nan­te zu c‑Moll) zum Still­stand kommt. Damit bekam das Ein­lei­tungs­mo­tiv über den Anfang des Sat­zes hin­aus die Funk­ti­on, den Wech­sel zwi­schen Ritor­nell und Epi­so­den anzu­kün­di­gen, wodurch die Struk­tur des Stücks bes­ser erkenn­bar gemacht wer­den soll­te. Das Gan­ze klang dann am Ende diver­ser Tri­al-and-Error-Zyklen schließ­lich so:

Das ist doch schon mal ein recht furio­ser Ein­stieg in mei­ne Epi­so­de, oder? Wie auch immer — jetzt soll­te also als ers­tes mein „Lebensglück”-Thema aus dem zwei­ten Satz in ver­frem­de­ter Form auf­tau­chen. Ihr erin­nert Euch noch an die­ses The­ma? Hier ist es noch­mal in Rein­kul­tur von der ers­ten Vio­li­ne solo gespielt:

Die­ses The­ma schnapp­te ich mir also und ver­schob es zunächst in die Brat­sche (deren Klang mir ja wäh­rend der Arbeit am zwei­ten Satz zuneh­mend ans Herz gewach­sen war). Dar­über hin­aus ver­setz­te ich das lyrisch-strah­len­de C‑Dur-The­ma kur­zer­hand in das nun­mehr erreich­te c‑Moll, wodurch es einen eher fremd­ar­tig-melan­cho­li­schen Cha­rak­ter bekam — eben genau­so, wie eine sich ins Bewusst­sein win­den­de ver­frem­de­te Erin­ne­rung aus ver­gan­ge­nen bzw. an ver­gan­ge­ne Zeiten:

So weit, so gut. Nun soll­te das alles ja aber nur als unter­schwel­li­ge Andeu­tung einer ver­frem­de­ten Erin­ne­rung in Erschei­nung tre­ten. Daher soll­te — wie wei­ter oben schon erwähnt — die wild lodern­de Ritor­nell-Stim­mung ober­halb des­sen wei­ter­ge­spon­nen wer­den. Ich schnapp­te mir also das The­ma aus dem zwei­ten Teil des Ritor­nells, modu­lier­te es mehr­fach, um es an den Melo­die­ver­lauf der Brat­sche anzu­pas­sen und setz­te noch ein paar Zita­te aus dem Ein­lei­tungs­mo­tiv hin­ten dran. Her­aus­ge­kom­men ist dabei das Folgende:

Dass für die letz­ten zwei Tak­te der Brat­sche im Moment noch nichts in der ers­ten Vio­li­ne zu hören ist, hängt damit zusam­men, dass ich an die­ser Stel­le den Über­gang in das Dra­ma­tik-The­ma aus dem zwei­ten Satz ein­fü­gen woll­te. Aber dazu gleich mehr. Um dem Gan­zen das end­gül­ti­ge Unru­he­lo­dern zu ver­lei­hen, ver­voll­stän­dig­te ich jetzt zunächst erst­mal noch die zwei­te Vio­li­ne und das Cel­lo gemäß der Har­mo­nie­fol­ge, die vom ver­frem­de­ten Glücks-The­ma in der Brat­sche vor­ge­ge­ben wird. Ins­ge­samt gelang­te ich damit zu fol­gen­dem Ergebnis:

So weit, so furi­os. Nun aber soll­te ja noch — wie wei­ter eben schon erwähnt — das „Dramatik”-Thema aus dem zwei­ten Satz auf­tau­chen. Ihr erin­nert Euch noch an die­ses The­ma? Damals klang es so:

An die­ser Stel­le soll­te es aller­dings von der ers­ten Vio­li­ne in den Aus­klang des von der Brat­sche gespiel­ten ver­frem­de­ten „Lebensglücks”-Themas hin­ein gespielt wer­den — und zwar als klang­li­ches Sinn­bild dafür, dass sich alte Trau­ma­ta (das „Dramatik”-Thema stand ja für ein kon­kre­tes trau­ma­ti­sches Erleb­nis) immer mal wie­der ihren Weg in unser Bewusst­sein bah­nen und uns dabei auf­wüh­len und beängs­ti­gen. Das klang dann so:

Die wei­te­re Ent­wick­lung die­ser Epi­so­de soll­te dann wie­der­um der Hoff­nung gewid­met sein, dass sich uns am Ende wie­der ein Weg aus den Klau­en der Trau­ma-Erin­ne­run­gen ebe­nen möge, und genau das woll­te ich durch eine ent­spre­chen­de Modu­la­ti­ons­se­quenz sym­bo­li­sie­ren, die schließ­lich zu einer abge­wan­del­ten Ver­si­on mei­nes Ein­lei­tungs­the­mas zurück­führt und damit dann auch gleich die nächs­te Wie­der­kehr des Ritor­nells ankündigt. 

Alles in allem kam dabei (inklu­si­ve der Hin­zu­fü­gung von zwei­ter Vio­li­ne und Cel­lo) das Fol­gen­de heraus:

Epi­so­dische Wiederkehr

Die oben genann­te nächs­te Wie­der­kehr des Ritor­nells woll­te ich dann aber nicht ein­fach als wort­wört­li­che Wie­der­ho­lung gestal­ten. Das wäre ers­tens zu lang­wei­lig gewe­sen und zwei­tens woll­te ich die nächsten(n) Episoden(n) gleich noch irgend­wie in die­ses Ritor­nell ein­ar­bei­ten. Mei­ne Idee: das Ritor­nell soll­te zwei­mal hin­ter­ein­an­der wie­der­keh­ren und bei­de Male mit jeweils einer kur­zen Epi­so­de ergänzt wer­den. Beim ers­ten Mal soll­te dazu zwei­te Teil des Ritor­nells zu einer kur­zen Epi­so­de fort­ge­spon­nen wer­den, wäh­rend das Ritor­nell beim zwei­ten Mal nur bis zum Ende des ers­ten Teils lau­fen soll­te, wel­cher dann sei­ner­seits als kur­ze Epi­so­de fort­ge­spon­nen wer­den soll­te. Ein­fa­cher gesagt: es soll­te also jeder der bei­den Ritor­nell-Tei­le je ein­mal zu einer kur­zen Epi­so­de wei­ter­ge­führt wer­den — und zwar zuerst der Zwei­te, dann der Ers­te. Da ja bei­de Tei­le — wie ein­gangs erwähnt — sinn­bild­lich für die bei­den Part­ner einer Paar­be­zie­hung ste­hen soll­ten, könn­te man sagen, dass jetzt gewis­ser­ma­ßen jeder von bei­den Bezie­hungs­part­nern sei­ne eige­ne kur­ze Epi­so­de erhal­ten sollte. 

So schnapp­te ich mir jetzt also das Ritor­nell, das für die Fort­ent­wick­lung des zwei­ten The­mas vor­ge­se­hen war, ließ es bis zum vor­letz­ten Takt in sei­ner Ursprungs­ge­stalt durch­lau­fen und wie­der­hol­te dann eben jenen aus Stac­ca­to-Vier­teln bestehen­den vor­letz­ten Takt im Rah­men einer aus­la­den­den Modu­la­ti­on, die über diver­se Zwi­schen­do­mi­nan­ten nach dem Sche­ma „eine Stu­fe run­ter, vier Stu­fen rauf” quer durch den Quin­ten­zir­kel bis nach e‑Moll führ­te. Von dort aus schal­te­te ich dann auf ein Ach­tel­no­ten-Motiv um, das sich in einer abstei­gen­den Modu­la­ti­on über eine wei­te­re Zwi­schen­do­mi­nan­te wie­der in die Grund­ton­art a‑Moll zurück­ent­wi­ckel­te. Dar­an schloss sich eine kur­ze Kadenz in a‑Moll an, die dann wie­der zu einer Kurz­ver­si­on mei­nes cha­rak­te­ris­ti­schen Ein­lei­tungs­the­mas zurück­führ­te. Das Gan­ze klang dann so:

Mir wur­de dabei bewusst, dass ich deut­lich muti­ger und expe­ri­men­tier­freu­di­ger als in den ers­ten bei­den Sät­zen gewor­den war, wenn es dar­um ging, die kon­ven­tio­nel­len Har­mo­nie­sche­ma­ta zu spren­gen. Das war jetzt natür­lich noch lan­ge kein Impres­sio­nis­mus oder gar Expres­sio­nis­mus und ins­be­son­de­re kein Jazz & Co. Aber es war eben deut­lich far­ben­rei­cher als die ziem­lich ein­fach gestrick­ten Har­mo­nie­ver­läu­fe mei­nes ers­ten Sat­zes und immer noch ein dies­be­züg­li­cher Fort­schritt gegen­über dem zwei­ten Satz. Gut also, dass man sich offen­bar auch nach Fünf­zig noch eine gewis­se Lern­fä­hig­keit bewahrt…

Nun also soll­te das Ritor­nell — wie oben ange­kün­digt — erneut wie­der­keh­ren, dies­mal aber nur bis zum Ende des ers­ten Teils lau­fen, der dann sei­ner­seits wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den soll­te. Dazu ließ ich den ers­ten Teil nur bis zu sei­ner Hälf­te unver­än­dert durch­lau­fen und schnapp­te mir dann den ers­ten Takt der zwei­ten Hälf­te (die genau­so anfängt, wie die Ers­te), um Abwand­lun­gen des­sel­ben wie­der­um im Rah­men einer Modu­la­ti­on durch diver­se Ton­ar­ten zu schi­cken. So gelang­te ich über d‑Moll, es-Moll und e‑Moll schließ­lich wie­der in mei­ne Grund­ton­art a‑Moll. Von da ab ließ ich die zwei­te Vio­li­ne ein aus Halb­no­ten bestehen­des wel­len­ar­ti­ges Motiv dazu spie­len, das letzt­lich als Basis einer mehr oder weni­ger glat­ten a‑Moll-Kadenz dien­te. Das Gan­ze mün­de­te dann in eine sehr dezi­dier­te Schluss­ka­denz, die das vor­läu­fi­ge Ende des wil­den Teils mar­kie­ren soll­te (dazu gleich mehr). Her­aus­ge­kom­men ist dabei jeden­falls das Folgende:

Lan­ger, ruhi­ger Fluss

Wow! Da lag nun ein wahr­haft auf­wüh­len­des, wild-lodern­des Stück Musik hin­ter mir, durch wel­ches die Unwäg­bar­kei­ten der gemein­sa­men Zukunft zum Aus­druck gebracht wer­den soll­te. Die bei­den Ritor­nell-Tei­le als Reprä­sen­tan­ten der bei­den Bezie­hungs­part­ner wur­den dar­in zer­stü­ckelt, wild durch die Ton­ar­ten getrie­ben und von ver­frem­de­ten Andeu­tun­gen jener Moti­ve aus dem zwei­ten Satz unter­malt, die für lang­jäh­ri­ges Lebens­glück aber auch trau­ma­ti­sche Ereig­nis­se aus der Ver­gan­gen­heit ste­hen. Für mich fühl­te sich das stim­mig an und erfüll­te genau den Anspruch, den ich inso­weit an den Cha­rak­ter mei­nes ers­ten Sat­zes gestellt hatte.

Aber der musi­ka­li­sche Blick in die Zukunft unse­rer Bezie­hung soll­te sich nicht allein auf deren Unwäg­bar­kei­ten und die damit ver­bun­de­ne Unru­he rich­ten. Auch die Hoff­nung auf einen ruhi­gen, von gewon­ne­ner Rei­fe gepräg­ten und mit der Ver­gan­gen­heit ver­söhn­ten Fluss unse­rer gemein­sa­men Zukunft soll­te ihren ange­mes­se­nen Aus­druck fin­den. Also nahm ich mir vor, die nächs­te Epi­so­de als Ein­schub eines lang­sa­men Teils mit völ­lig neu­em, eigen­stän­di­gen Cha­rak­ter zu gestal­ten. Sol­che lang­sa­men Epi­so­den als Ein­schü­be in schel­le Schluss­satz-Ron­dos sind dabei nicht ein­mal son­der­lich unge­wöhn­lich. Bei Mozart gibt es sowas bei­spiels­wei­se im drit­ten Satz sei­nes 13. Kla­vier­kon­zerts in C‑Dur (KV 415). Hört Euch dazu mal den fol­gen­den Aus­schnitt aus eben die­sem Satz an:

Mit­ten in das quir­li­ge C‑Dur-Alle­gro bricht plötz­lich ein melan­cho­li­sches c‑Moll-Ada­gio und weicht erst nach einer gan­zen Wei­le wie­der dem C‑Dur-Ritor­nell im Alle­gro-Tem­po. Dabei wech­selt sogar der Takt von 6/8 auf 2/4. Ein Prä­ju­diz für die Zuläs­sig­keit sol­cher Ein­schü­be gab es damit also schon seit min­des­tens 237 Jah­ren. Das soll­te alle­mal als Recht­fer­ti­gung dafür aus­rei­chen, dass ich mich auch mal so etwas trau­en darf.

Ich wech­sel­te also mal eben frech von a‑Moll in des­sen Par­al­lel­ton­art C‑Dur und änder­te den Takt eben­so frech vom bis­he­ri­gen Vier­vier­tel- in einen Drei­vier­tel­takt (war­um aus­ge­rech­net in die­sen, erklä­re ich wei­ter unten). Außer­dem brems­te ich das Tem­po von „viva­ce” („leb­haft”) nach „len­to” („lang­sam”) her­un­ter. In die­sem Rah­men soll­te nun eine Melo­die ent­ste­hen, die sich ein biss­chen wie eng umschlun­ge­nes, ver­lieb­tes Bluestan­zen anfüh­len soll­te. Und bei „Blues”-Tanzen denkt der musi­ka­lisch gepräg­te Mensch natür­lich gleich an „Blues-Sche­ma”. Dabei han­delt es sich um eine sehr ein­fa­che Har­mo­nie­fol­ge, die neben dem Blues selbst auch dem Boo­gie-Woo­gie, dem Rock’n Roll und vie­len ande­ren moder­nen Musik­sti­len als Grund­la­ge dient. Besag­te Har­mo­nie­fol­ge sieht dabei sche­ma­tisch gese­hen so aus:

Dabei ist mit „I” der Akkord auf der ers­ten Ton­lei­ter­stu­fe der Grund­ton­art gemeint, wäh­rend „IV” für den Akkord auf der vier­ten Ton­lei­ter­stu­fe der Grund­ton­art und „V” für den Akkord auf der fünf­ten Ton­lei­ter­stu­fe der Grund­ton­art steht. Das Gan­ze hört sich dann in die­ser ein­fachs­ten Vari­an­te so an:

Für mei­ne eige­ne Bluestanz-Vari­an­te griff ich aller­dings auf eine Klang­welt zurück, die ich einem ande­ren „Blue”-lastigen Stück ent­leh­nen woll­te: Geor­ge Gershwins „Rhap­so­dy in Blue” aus dem Jah­re 1924. Auch die­ses schwung­vol­le Meis­ter­werk war­tet ähn­lich wie die oben zitier­te Mozart-Musik mit einer lang­sa­men Epi­so­de auf, deren Stim­mung ich mir für mei­ne „Bluestanz”-Episode zu eigen machen woll­te. Hier eine klei­ne Hör­pro­be besag­ter Episode:

Um ein der­ar­tig sanf­tes Klang­bild in oben beschrie­be­nem klas­si­schen Blues-Sche­ma ver­wirk­li­chen zu kön­nen, bedurf­te es aller­dings eini­ger Modi­fi­ka­tio­nen des­sel­ben. So griff ich unter ande­rem auf gro­ße Sep­ti­men zurück, die für eine gewis­se Auf­wei­chung der zugrun­de­lie­gen­den Akkor­de sorg­ten. Außer­dem wich ich bis­wei­len in Par­al­lel­ton­ar­ten aus, um dem Gan­zen jene sehn­süch­ti­ge Note aus Gershwins Vor­bild zu ver­lie­hen. Melo­disch ori­en­tier­te ich mich dabei an den von Gershwin gewähl­ten, über­wie­gend klei­nen Ton­in­ter­val­len und Vier­tel­no­ten, um eine beru­hi­gen­de Wir­kung zu erzie­len. Her­aus­ge­kom­men ist dabei letzt­lich das Folgende:

Man beach­te, dass ers­te und zwei­te Vio­li­ne in ziem­lich voll­ende­ter Poly­pho­nie zuein­an­der gesetzt sind — dies­mal sogar unter rela­tiv strik­ter Beach­tung der gän­gi­gen Satztechnikregeln: 

Auch dies darf als untrüg­li­ches Zei­chen dafür gewer­tet wer­den, dass mir die Arbeit an den ers­ten bei­den Sät­zen mei­nes Werks ein recht stei­le Lern­kur­ve beschert hatten. 

Stil­le Leidenschaft

Für die nun fol­gen­de Wie­der­ho­lung mei­nes Bluestanz-The­mas hat­te ich mir etwas Beson­de­res aus­ge­dacht. Wäh­rend ich näm­lich in der ers­ten Epi­so­de noch — wie oben beschrie­ben — das lyri­sche „Lebensglück”-Thema eben­so wie das schwer­mü­ti­ge „Dramatik”-Thema aus dem zwei­ten Satz in den Hin­ter­grund der auf­wüh­lend-lodern­den Modu­la­ti­ons­se­quenz gesetzt hat­te, woll­te ich nun den umge­kehr­ten Weg gehen: jetzt soll­te sich das impul­si­ve Lei­den­schafts­the­ma aus dem Haupt­satz mei­nes ers­ten Sat­zes in mei­ne ruhig dahin­plät­schern­de Blues-Vari­an­te hin­ein­schlei­chen. Damit woll­te ich in Musik aus­drü­cken, dass die einst­ma­lig über­bor­den­de Lei­den­schaft aus der Früh­zeit unse­rer Bezie­hung (für die der ers­te Satz ja stand) in zeit­ge­mä­ßer Form immer noch Bestand­teil unse­rer Zukunft blei­ben möge, gleich­wohl sich unse­re Bezie­hung ins­ge­samt in ruhi­ge­re Bah­nen hin­ein ent­wi­ckelt hat. Ihr erin­nert Euch noch an mein Haupt­satz-The­ma des ers­ten Sat­zes? Hier noch­mal eine klei­ne Gedächtnisstütze:

Für mei­ne Blues-Vari­an­te ver­setz­te ich das The­ma zum einen von Moll nach Dur, da ich mich ja nun in einer Dur-Epi­so­de befand. Zum ande­ren ersetz­te ich die Ach­tel­no­ten­paa­re durch Fol­gen aus punk­tier­ten Ach­tel­no­ten und Sech­zehn­tel­no­ten. Damit soll­te der soge­nann­te „ter­nä­re Rhyth­mus” ange­nä­hert wer­den, in dem Blues- und Swing-Stü­cke oft­mals gesetzt sind, um dem Melo­die­ver­lauf mehr Bewe­gung zu ver­lei­hen. Jetzt wird auch klar, war­um ich für mei­ne Bluestanz-Epi­so­de den Drei­vier­tel­takt gewählt hat­te: mein Lei­den­schafts-The­ma aus dem ers­ten Satz ist näm­lich auch im Drei­vier­tel­takt gesetzt. In die­ser Wei­se auf­ge­bohrt und auf bei­de Vio­li­nen auf­ge­teilt, klang mein Lei­den­schafts-The­ma damit nun­mehr wie folgt:

Dem Gan­zen unter­leg­te ich nun das von Cel­lo und Brat­sche getra­ge­ne Har­mo­nie­sche­ma mei­nes Bluestanz-The­mas und ergänz­te die jewei­li­gen Lücken in den bei­den Vio­li­nen um Vier­tel­no­ten­mo­ti­ve, die eben­falls dem ursprüng­li­chen Bluestanz-The­ma ent­lehnt sind, so dass ins­ge­samt das Fol­gen­de dabei herauskam:

Ein sanf­tes Halleluja

Mei­nem Gefühl für For­men ent­spre­chend, muss­te aller­dings nach die­sen bei­den Vari­an­ten des Bluestanz-The­mas eine Art Zwi­schen­spiel fol­gen, um die musi­ka­li­sche Span­nung auf­recht­zu­er­hal­ten. Zufäl­li­ger­wei­se hat­te hat­te ich wäh­rend die­ser Zeit aus bestimm­ten Grün­den immer mal wie­der Leo­nard Cohens legen­dä­ren Song „Hal­le­lu­jah” gehört, den ich in einer beson­ders ergrei­fen­den Inter­pre­ta­ti­on der begna­de­ten iri­schen Stra­ßen­sän­ge­rin Allie Sher­lock auf You­Tube gefun­den hat­te. Dabei ging mir vor allem die­se eine Stel­le nicht aus dem Kopf, in der es im Text heißt:

It goes like this, the fourth, the fifth
The minor fall, the major lift
The baf­f­led king com­po­sing Hallelujah

(Es geht so: die Vier­te, die Fünfte, 

die Moll-Absen­kung, die Dur-Anhebung 

der ver­wirr­te König Hal­le­lu­ja komponierend)

Gemäß dem ein­lei­ten­den Song­text ist damit der „gehei­me Akkord” König Davids gemeint, mit dem er Gefal­len vor dem Herrn gefun­den habe. Genau­er gesagt geht es um eine Akkord­fol­ge, näm­lich die vier­te Stu­fe, die fünf­te Stu­fe, der Abfall nach Moll (also in die Par­al­lel­ton­art) und der Anstieg nach Dur (also eigent­lich wie­der in die vier­te Stu­fe, die dann zum soge­nann­ten Gegen­klang der Par­al­lel­ton­art wird). Hier noch­mals die besag­te Pas­sa­ge zum Mit­hö­ren (in der oben ange­spro­che­nen Inter­pre­ta­ti­on von Allie Sherlock):

Für mein Zwi­schen­spiel unter­leg­te ich eben jene Har­mo­nie­fol­ge einer melo­di­schen Fort­füh­rung mei­nes ursprüng­li­chen Bluestanz-The­mas, wel­ches ich wie­der­um zwi­schen ers­ter und zwei­ter Vio­li­ne auf­teil­te und mit Hil­fe über­ge­bun­de­ner Halb­no­ten zu einem inein­an­der­grei­fen­den Wech­sel­spiel wer­den ließ. Das Gan­ze setz­te sich dann in eine Modu­la­ti­ons­se­quenz fort, die wie­der zur aktu­el­len Grund­ton­art C‑Dur zurück­führ­te, um damit die neu­er­li­che Wie­der­kehr mei­nes Bluestanz-The­mas ein­zu­lei­ten. Die Brat­sche löst sich dabei zuneh­mend aus ihrer Unter­ma­lungs­rol­le und beglei­tet das Gesche­hen schließ­lich mit einer wel­len­ar­ti­gen Sequenz aus Ach­tel­no­ten­grup­pen. Her­aus­ge­kom­men ist dabei letzt­lich das Fol­gen­de, wobei die von „Hal­le­lu­jah” über­nom­me­ne Akkord­fol­ge (also „König Davids gehei­mer Akkord”) farb­lich her­vor­ge­ho­ben ist (die vier­te Stu­fe in Grün, die fünf­te in Rot, die Moll-Absen­kung in Vio­lett und die Dur-Anhe­bung in Braun):

Ich erin­ne­re mich noch ziem­lich genau an den Moment, in dem ich die­sen Teil fer­tig­ge­stellt hat­te und ihn mir zum ers­ten Mal als Gan­zes von MuseS­core vor­spie­len ließ. Ich war — offen gestan­den — ziem­lich ver­zau­bert von der Anmut die­ses Ergeb­nis­ses und konn­te davon nicht genug hören, wäh­rend das Abend­essen bei uns schon längst auf mich war­te­te und ich bereits mehr­fach (zuletzt dann berech­tig­ter­wei­se in ziem­lich generv­tem Ton) gebe­ten wur­de, mich doch end­lich zu Tisch zu bege­ben. Dass es mir so schwer fiel, mich von die­sen Klän­gen zu lösen, kann also wohl als kla­res Indiz dafür gewer­tet wer­den, dass „König Davids Gehei­mak­kord” offen­bar nicht nur vor dem Herrn Gefal­len findet…

Der letz­te blues

Zum Abschluss mei­ner Bluestanz-Epi­so­de soll­te nun also das ursprüng­li­che Bluestanz-The­ma wie­der erklin­gen. Aller­dings soll­te es nicht ein­fach nur zu einer wort­wört­li­chen Wie­der­ho­lung des The­mas kom­men, da das einer­seits ein­falls­los gewe­sen wäre und es ja ande­rer­seits dar­um gehen soll­te, die Bluestanz-Epi­so­de ihrem Ende zuzu­füh­ren, was nach ent­spre­chen­den Modi­fi­ka­tio­nen ver­lang­te. Die­se drück­ten sich zum einen in einer auf­ge­pepp­ten Ver­si­on der Ach­tel­no­ten-Beglei­tung durch die Brat­sche, zum ande­ren jedoch in einem klei­nen Ein­schub aus, mit dem ich dem Abschluss mei­ner Bluestanz-Epi­so­de noch einen klei­nen Höhe­punkt besche­ren woll­te (nach­ste­hend in Grün her­vor­ge­ho­ben). Das alles hör­te sich dann so an:

Dass die Beglei­tung durch Brat­sche dies­mal wirk­lich als nahe­zu eigen­stän­di­ge Melo­die daher­kommt, kann man mei­nes Erach­tens gut her­aus­hö­ren, wenn sie nur mit der ers­ten Vio­li­ne zusam­men spielt:

Auch hier­in konn­te ich spü­ren, wie viel siche­rer mich die Arbeit an den bei­den vor­an­ge­gan­ge­nen Sät­zen bei der Gestal­tung mei­ner Stimm­füh­run­gen hat wer­den las­sen. Außer­dem ist das eine der Stel­len, an denen sich nie­der­schlägt, dass ich — wie ein­gangs erwähnt — den beson­de­ren Klang der Brat­sche zu wür­di­gen gelernt hat­te und ihr inso­fern mehr Eigen­stän­dig­keit ver­lei­hen wollte.

Jeden­falls war mit die­ser abschlie­ßen­den Vari­an­te mei­nes Bluestanz-The­mas die gesam­te drit­te Epi­so­de mei­nes Ron­dos fer­tig­ge­stellt. Damit war also nun im Sin­ne der Ron­do-Form eine wei­te­re Wie­der­kehr des Ritor­nells gefragt. Ich führ­te das Stück daher zunächst wie­der in Klang­welt der Ritor­nell-Ton­art a‑Moll zurück und kün­dig­te die Ritor­nell-Wie­der­kehr — gewis­ser­ma­ßen tra­di­ti­ons­ge­mäß — mit einer wei­te­ren Vari­an­te mei­nes Ein­lei­tungs­the­mas an. Das Ritor­nell selbst ließ ich dies­mal hin­ge­gen in sei­ner ursprüng­li­chen Form erklin­gen, da es an die­ser Stel­le ja doch schon eine Wei­le lang nicht mehr im Ohr des Hörers erklun­gen sein wür­de, so dass ich ihm die Wie­der­erken­nung des Ritor­nells auf die­se Wei­se erleich­tern woll­te. Zusam­men­ge­nom­men hör­ten sich Über­gang, Ein­lei­tung und Ritor­nell dann so an:

Zusam­men­ge­fügt

Nach den Ron­do-Regeln gehör­te an die­ses Stel­le nun wie­der eine wei­te­re Epi­so­de, die ich dann auch gleich­zei­tig als furio­se Schluss­epi­so­de mit Über­gang in eine fina­le Kadenz gestal­ten woll­te. Inhalt­lich soll­te zum Aus­druck kom­men, dass unse­re Paar­be­zie­hung in ihrer geball­ten Viel­fäl­tig­keit und Kom­ple­xi­tät letz­ten Endes ein aus zwei Kom­po­nen­ten zusam­men­ge­füg­tes Gan­zes bil­det, das in die­ser Gesamt­heit nahe­zu per­fekt auf­ein­an­der abge­stimmt ist. Es gibt eigent­lich nur ein Kom­po­si­ti­ons­prin­zip, das gera­de­zu wie geschaf­fen für die musi­ka­li­sche Umset­zung einer sol­chen inhalt­li­chen Vor­ga­be ist: die Fuge.

Die Fuge kann man wohl mit Fug (Wort­spiel beab­sich­tigt) und Recht als die Königs­dis­zi­plin der Kom­po­si­ti­ons­tech­nik bezeich­nen. Grob gesagt ähnelt sie einem Kanon, also einer Struk­tur, bei der die Stim­men nach­ein­an­der mit dem­sel­ben The­ma ein­set­zen. Dabei muss beim Kanon das The­ma so fort­ge­spon­nen wer­den, dass es zu den jeweils fol­gen­den Ein­sät­zen der ande­ren Stim­men passt. 

Auch bei der Fuge spielt die ers­te Stim­me zunächst das Haupt­the­ma (genannt „Dux”), das dann anschlie­ßend von der zwei­ten Stim­me gespielt wird. Im Gegen­satz zum rei­nen Kanon wird das The­ma bei einer Fuge jedoch in der zwei­ten Stim­me gegen­über der Ers­ten um fünf Stu­fen nach oben ver­setzt. Die der­art ver­setz­te Ver­si­on des Dux nennt sich dann „Comes”. Die ers­te Stim­me spielt dazu eine pas­sen­de Gegen­me­lo­die, die als „Kon­tra­sub­jekt” bezeich­net wird. Die drit­te Stim­me setzt dann wie­der mit dem Dux in der Ursprungs­ton­art ein, wäh­rend die zwei­te Stim­me dazu das Kon­tra­sub­jekt spielt, dies­mal aller­dings in der Ursprungs­ton­art. Dar­auf­hin setzt schließ­lich die vier­te Stim­me wie­der mit dem Comes ein, zu dem die Drit­te wie­der­um das ursprüng­li­che Kon­tra­sub­jekt spielt. 

Jede Stim­me, die das Kon­tra­sub­jekt gespielt hat, spielt anschlie­ßend eine frei gestalt­ba­re, aber natür­lich har­mo­nisch pas­sen­de Melo­die. Haben alle Stim­men erst­ma­lig den Dux bzw. den Comes vor­ge­tra­gen (womit dann die soge­nann­te Expo­si­ti­on bzw. ers­te Durch­füh­rung der Fuge abge­schlos­sen ist), folgt zunächst ein Zwi­schen­spiel, bevor wie­der eine der Stim­men mit dem Dux oder Comes ein­setzt. Damit wird dann die zwei­te Durch­füh­rung ein­ge­lei­tet. Auf die­se folgt wie­der das nächs­te Zwi­schen­spiel, das sei­ner­seits von der drit­ten Durch­füh­rung gefolgt wird usw. Sche­ma­tisch dar­ge­stellt sieht eine Fuge damit so aus (wobei „D” der Dux, „C” der Comes, „K1″ das Kon­tra­sub­jekt, „K2″ das an den Comes ange­pass­te Kon­tra­sub­jekt, „F” die frei gestal­te­te Melo­die­füh­rung und „Z” ein Zwi­schen­spiel sei):

Bekann­ter­ma­ßen gibt es nie­man­den, der das Schrei­ben von Fugen so über­ir­disch meis­ter­haft beherrscht, wie es das 1685 in Eisen­ach gebo­re­ne Kom­po­si­ti­ons­ge­nie Johann Sebas­ti­an Bach getan hat. Es lohnt sich daher, den oben umris­se­nen Auf­bau einer Fuge an einem Bei­spiel aus Bachs Werk zu illus­trie­ren. Ich habe dafür die Fuge in c‑Moll (BWV 537) gewählt, die mei­nes Erach­tens in beson­de­rem Maße zeigt, wie unfass­bar geni­al Bach sei­ne Fugen kon­stru­iert hat (genau genom­men han­delt es aller­dings sich beim fol­gen­den Bei­spiel um die Kla­vier­tran­skrip­ti­on des eigent­lich für Orgel geschrie­be­nen Werks):

Kommt Leu­te — hört sich das nicht an wie die musi­ka­li­sche Inkar­na­ti­on eines mit aller­höchs­ter Prä­zi­si­on gefer­tig­ten, per­fekt inein­an­der­grei­fen­den Uhr­werks? Egal, was man über Fugen und deren Auf­bau weiß oder nicht — man hört förm­lich wie geni­al die­se Kom­po­si­ti­on kon­stru­iert ist.

Glück­li­che Fügung

Nun gut: mei­ne Schluss­epi­so­de soll­te also fugen­ar­tig auf­ge­baut sein (sowas nennt man bis­wei­len auch „Fuga­to”). Auf die­se Idee sind natür­lich auch schon ande­re gekom­men — und zwar lan­ge vor mir. So hat etwa Mozart für den letz­ten Satz sei­ner 41. Sin­fo­nie (KV 551) — der soge­nann­ten Jupi­ter-Sin­fo­nie — die nach­ein­an­der vor­ge­stell­ten The­men aus dem Anfang des Sat­zes ganz zum Schluss in fugen­ar­ti­ger Wei­se zusam­men­klin­gen las­sen. Hier die­se an Genia­li­tät kaum zu über­tref­fen­de Pas­sa­ge zum Reinhören:

Man hört auch hier wie­der die­se uhr­werks­ar­ti­ge Prä­zi­si­on, mit der die vier Stim­men inein­an­der­grei­fen und auf­ein­an­der abge­stimmt sind. Ein kom­po­si­ti­ons­tech­ni­sches Feuerwerk!

Also: mal wie­der so ein Fall, bei dem ich mit mei­nen Vor­bil­dern nach den Ster­nen gegrif­fen hat­te. Aber gut. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich mach­te mich also mit besag­ter Vor­ga­be ans Werk, dass die­ser Fuga­to-Abschnitt das minu­ti­ös auf­ein­an­der abge­stimm­te Zusam­men­spiel der bei­den Bezie­hungs­part­ner musi­ka­lisch dar­stel­len soll­te. Daher muss­ten die bei­den Ritor­nell-Tei­le, die ja für je einen Bezie­hungs­part­ner ste­hen soll­ten, ent­spre­chend zu Kom­po­nen­ten der Fuge im Sin­ne der obi­gen Erläu­te­run­gen wer­den. Ihr erin­nert Euch noch an besag­te Ritor­nell-Tei­le? Der Ers­te klang so:

Der Zwei­te hin­ge­gen so:

Ich schnapp­te ich mir also die­se bei­den Tei­le und ließ den ers­ten Teil zum Dux/Comes, den Zwei­ten hin­ge­gen zum jeweils zuge­hö­ri­gen Kon­tra­punkt wer­den. Um letz­te­res in einer har­mo­nisch pas­sen­den Art zu errei­chen, muss­te ich den zwei­ten Ritor­nell-Teil aller­dings noch ein wenig zurecht-tunen, so dass er nicht mehr zu hun­dert Pro­zent sei­ner Ursprungs­ver­si­on entspricht: 

Das Gan­ze gar­nier­te ich dann an den ent­spre­chen­den Stel­len mit einer mög­lichst barock­ar­ti­gen frei­en Melo­die und ließ es nach Ende der Expo­si­ti­on in ein eben­falls barock­ar­tig ange­leg­tes (und nach­fol­gend blau gefärb­tes) Zwi­schen­spiel aus Frag­men­ten des Ritor­nell-Mate­ri­als sowie der frei­en Melo­die mün­den, das har­mo­nisch als Quint­fall­se­quenz ange­legt ist (sie­he dazu mei­ne ent­spre­chen­den Erläu­te­run­gen zum ers­ten Satz). Her­aus­ge­kom­men ist dabei letzt­lich das Fol­gen­de (Dux und Kon­tra­sub­jekt sind dabei in Dun­kel­braun bzw. Braun, Comes und Comes-Kon­tra­sub­jekt in Ocker bzw. Dun­kel­ocker und die freie Melo­die in Grün gefärbt): 

Na? Hat doch durch­aus was Fugen­ar­ti­ges, oder? Also ich fin­de es für ein ers­tes vor­sich­ti­ges Vor­wa­gen auf das Bach’sche Hoheits­ge­biet gar nicht so schlecht. Auf jeden Fall kommt dar­in für mich ganz klar das inten­dier­te Motiv zwei­er The­men als Reprä­sen­tan­ten zwei­er Bezie­hungs­part­ner zum Aus­druck, die sich in einer kom­ple­xen Art und den­noch mit nahe­zu uhr­werks­glei­cher Prä­zi­si­on ineinanderfügen. 

Fein. Jetzt blieb mir nur noch, von die­ser Stel­le aus in eine Schluss­ka­denz über­zu­lei­ten. Dazu spann ich jenes Zwi­schen­spiel so fort, dass es zu einer voll­stän­di­gen Kadenz mei­ner Grund­ton­art a‑Moll wur­de, aus der her­aus sich dann ein aus­ge­dehn­ter Schluss­ak­kord ent­wi­ckel­te. Das klang dann so:

Wow! Das ist doch mal ein furio­ses Ende eines Werks, das für mich selbst jeden­falls den abso­lu­ten Höhe­punkt mei­nes bis­he­ri­gen musi­ka­li­schen Schaf­fens dar­stell­te. Hat­te ja auch lang genug gedau­ert, denn der­weil war es schon Anfang 2021 geworden.

Ihr wür­det jetzt ger­ne das Werk als Gan­zes hören? Sollt Ihr natür­lich auch. Aber nicht, bevor ich mei­ne klei­ne Geschich­te zu Ende erzählt habe. Denn es stand ja wei­ter­hin noch die Ein­spie­lung mei­nes Gesamt­werks in Form einer eini­ger­ma­ßen pro­fes­sio­nel­len Auf­nah­me an.

Ein­ge­spielt

Es war also, wie gesagt, mitt­ler­wei­le Anfang 2021 gewor­den. Jener fins­te­re Win­ter, des­sen Vor­abend zunächst Anfang Novem­ber 2020 mit dem viel zu spä­ten, reich­lich unmo­ti­vier­ten und in der Sache voll­kom­men wir­kungs­lo­sen „Lock­down-Light” begann und Mit­te Dezem­ber 2020 in den nächs­ten knall­har­ten Lock­down über­ging, war alles ande­re als ein Win­ter­mär­chen. Die erneu­te sozia­le Fer­ne der Zwangs­iso­la­ti­on las­te­te schwer auf uns allen und die damit ein­her­ge­hen­de Frus­tra­ti­on wich erst irgend­wann im März/April einem ziem­lich unschö­nen Ver­tei­lungs­kampf um die lang ersehn­ten, für die All­ge­mein­heit jedoch in viel zu gerin­gem Umfang erhält­li­chen Impf­stof­fe. Es muss­te also erst Som­mer 2021 wer­den, bis sich die Pan­de­mie­la­ge spür­bar ent­spann­te und ich end­lich das lang geheg­te Vor­ha­ben rea­li­sie­ren konn­te, mein Gesamt­werk von einem Pro­fi-Quar­tett ein­spie­len zu lassen.

Schon kurz nach der Geburts­tags­fei­er mei­ner ent­zü­cken­den Frau hat­te ich Kon­takt zu einem Freund auf­ge­nom­men, der Vio­li­nist im Frank­fur­ter Opern- und Muse­ums­or­ches­ter ist und — wie ich damals erfah­ren hat­te — mit drei wei­te­ren Orches­ter­mit­glie­dern gele­gent­lich als Quar­tett auf­tritt. Der dies­be­züg­li­che Kon­takt lag aller­dings seit­her auf Infek­ti­ons­schutz-Eis. Nun aber gab es dank der Imp­fun­gen wie­der Orches­ter­pro­ben und ‑auf­trit­te. Ich spiel­te mei­nem Freund also das gesam­te Noten­werk inklu­si­ve der exis­tie­ren­den live-Auf­nah­men der ers­ten bei­den Sät­ze sowie der MuseS­core-Simu­la­ti­on des drit­ten Sat­zes mit der Bit­te zu, all die­ses für eine Auf­nah­me gemein­sam mit sei­nen Quar­tetts-Kol­le­gen ein­zu­stu­die­ren. Über einen guten Bekann­ten (und begna­de­ten Saxo­pho­nis­ten) stell­te ich außer­dem Kon­takt zu einem talen­tier­ten jun­gen Cel­lis­ten her, der sowohl über Erfah­run­gen mit Musik­auf­nah­men auf Ton­stu­dio-Niveau als auch über ent­spre­chen­des Equip­ment ver­füg­te. Soweit waren damit alle Bau­stei­ne für die lang ersehn­te Auf­nah­me mei­nes Werks zusammengetragen.

Nach meh­re­ren Zoom-Calls koor­di­nier­ten wir die Auf­nah­me selbst dann letzt­lich so, dass sie in einem der Pro­ben­räu­me des Frank­fur­ter Opern­hau­ses statt­fin­den soll­te, wohin besag­ter jun­ger Mann sein Auf­nah­me-Equip­ment mit­brach­te. Bevor es dann am 15. Juli 2021 end­lich soweit war, wohn­te ich einen Tag vor­her noch einer Pro­be des Quar­tetts bei, die im Hau­se des ers­ten Vio­li­nis­ten statt­fand. Wie­der ein­mal hat­te ich zwar den Ein­druck, dass das Gan­ze noch ziem­lich weit vom auf­nah­me­r­ei­fen Niveau ent­fernt war, aber allei­ne die Chan­ce, mei­nen drit­ten Satz zumin­dest in Aus­zü­gen nun end­lich von ech­ten Men­schen gespielt auf ech­ten Instru­men­ten erklin­gen zu hören, war für mich erneut ein eben­so bewe­gen­des wie ein­drucks­vol­les Erleb­nis. Außer­dem wuss­te ich ja aus den Erfah­run­gen mit der live-Dar­bie­tung, dass sol­che Pro­fis durch­aus in der Lage sind, sich schnell und effi­zi­ent in die ein­zu­stu­die­ren­den Musik­stü­cke einzuarbeiten.

Die am Fol­ge­tag voll­zo­ge­ne Auf­nah­me selbst ver­setz­te mich dann eini­ger­ma­ßen in Erstau­nen. Mir war näm­lich bis dahin abso­lut nicht klar, dass sol­che Auf­nah­men nicht ein­fach nur live-Mit­schnit­te einer kom­plet­ten Ein­spie­lung des jewei­li­gen Sat­zes sind, son­dern erst spä­ter aus unzäh­li­gen Takes zusam­men­ge­setzt wer­den, die wäh­rend der Auf­nah­me gemacht wer­den. Klappt eine Pas­sa­ge nicht so recht, wird sie ein­fach solan­ge wie­der­holt, bis sie sitzt. Beim spä­te­ren Zusam­men­schnitt sucht man sich dann die bes­ten Takes her­aus und setzt sie digi­tal zusam­men. Auch die Dyna­mik und das Tem­po las­sen sich eben­so wie Hall und das Laut­stär­ke­ver­hält­nis der Stim­men zuein­an­der im Nach­hin­ein fast belie­big modi­fi­zie­ren. Letzt­lich kommt dabei dann ein Ergeb­nis her­aus, das in die­ser Form über­haupt nicht wirk­lich vom Quar­tett gespielt wor­den ist. Schon sehr beein­dru­ckend, was man mit der Nach­be­ar­bei­tung so alles machen kann und natür­lich ein gewal­ti­ger Unter­schied zu einem ech­ten live-Mitschnitt!

Inso­fern war also ent­ge­gen mei­ner ursprüng­li­chen Hoff­nung nach der eigent­li­chen Auf­nah­me weder die Arbeit wirk­lich getan, noch wuss­te ich danach, was wirk­lich bei der anschlie­ßen­den Bear­bei­tung her­aus­kom­men wür­de. Statt­des­sen zog sich die Nach­be­ar­bei­tung auf­grund star­ker Arbeits­be­las­tung des jun­gen Man­nes mit dem Ton­stu­dio-Equip­ment über meh­re­re Mona­te hin, in denen wir uns stän­dig gegen­sei­tig neue Zusam­men­schnit­te, Kom­men­ta­re und Ände­rungs­vor­schlä­ge hin- und her­schick­ten. Die fina­le Ver­si­on stand damit tat­säch­lich erst pünkt­lich zu Weih­nach­ten 2021 fest, so dass ich sie mei­ner Frau mit­samt einer gebun­de­nen Aus­ga­be der Par­ti­tur Anfang 2022 und damit ziem­lich genau zwei Jah­re nach der dama­li­gen live-Dar­bie­tung auf ihrer Fei­er zum Geburts­tag schen­ken konn­te, womit das Quar­tett-Pro­jekt für mich dann auch sei­nen wür­di­gen Abschluss fand.

Epi­log

Und wie klingt jetzt das Ergeb­nis der lan­ge ersehn­ten Auf­nah­me? Ich wür­de sagen: beur­teilt es doch ein­fach selbst! Hier alle drei Sät­ze mei­nes Werks nach­ein­an­der zum Rein­hö­ren (bzw. sehr ger­ne auch zum Runterladen):

Ers­ter Satz — Allegro:

Zwei­ter Satz — Roman­ze Andante:

Drit­ter Satz — Ron­do Vivace:

Und? Was sagt Ihr? Vor allem den drit­ten Satz habt Ihr ja bis dato noch nicht als Gan­zes gehört. Inso­fern wäre ich natür­lich neu­gie­rig zu erfah­ren, wie er Euch gefällt. Der­ar­ti­ges Feed­back kann man mir bei­spiels­wei­se über die unten befind­li­che Kom­men­tar-Funk­ti­on zukom­men las­sen… Bit­te sprecht mich auch jeder­zeit sehr ger­ne an, falls Ihr an der Par­ti­tur inter­es­siert seid. Ich las­se sie Euch dann eben­so ger­ne zukommen.

Tja, nun ist mein Pro­jekt und mit ihm nun auch mei­ne klei­ne Blog­bei­trags­se­rie über sei­ne Ent­ste­hungs­ge­schich­te zum Abschluss gelangt. Es bleibt also für mich an die­ser Stel­le nur noch eines zu tun: mich bei all jenen zu bedan­ken, die mich auf die­ser schöp­fe­ri­schen Aben­teu­er­rei­se beglei­tet und das Zustan­de­kom­men des letzt­end­li­chen Ergeb­nis­ses über­haupt erst mög­lich gemacht haben. Ich hof­fe, ich ver­ges­se in der nach­fol­gen­den Lis­te nie­man­den, aber wenn ja, bit­te ich schon jetzt auf­rich­tig um Entschuldigung…

Ich bedan­ke mich also hier­mit von gan­zem Her­zen bei…

  • …Ben­ja­min Brain­man für die Ver­mitt­lung des Quar­tetts, viel hilf­rei­ches Feed­back und jah­re­lan­ge, musi­ka­lisch gepräg­te Freundschaft,
  • …Ana Pao­la Alar­cón und ihren Kolleg(inn)en für die fan­tas­ti­sche live-Darbietung,
  • …Ila­na Gold­schmidt für die ent­schei­den­den Tipps zur Kon­takt­her­stel­lung mit geeig­ne­ten Ton­tech­ni­kern sowie für unse­re über ein hal­bes Jahr­hun­dert wäh­ren­de Freundschaft,
  • …Tobi­as Rüger für sehr wert­vol­le Tipps zur Siche­rung von geis­ti­gem Eigen­tum, die Kon­takt­ver­mitt­lung zum Ton­tech­ni­ker, anre­gen­den Aus­tausch rund um Musik sowie für die Erkennt­nis, dass „Kom­po­si­ti­on” etwas mit „Zusam­men­set­zen” zu tun hat,
  • …Vla­do Brun­ner, Ser­gio Katz, Freya Ritts-Kir­by und Roland Horn für die außer­or­dent­lich gelun­ge­ne Ein­spie­lung mei­nes Werks,
  • …Chris­to­pher Herr­mann für die lie­be­vol­le Ton­tech­nik und vie­le, inter­es­san­te Gesprä­che rund um Musik und ihre Entstehung,
  • …Wolf­gang Schraub für die bald vier­zig Jah­re wäh­ren­den, unzäh­li­gen und frucht­ba­ren Gesprä­che über Har­mo­nie, For­men und Musik im Allgemeinen,
  • …den Kom­po­nis­ten all jener Stü­cke, von denen ich für mein eige­nes Werk inspi­riert wor­den bin

    und natür­lich vor allem bei…

  • …Lana — für die Inspi­ra­ti­on, die sie mir sowohl als Per­son, als auch durch unse­re wun­der­vol­le gemein­sa­me Bezie­hung für mein Werk ver­lie­hen hat und vor allem dafür, wie wun­der­voll mein Leben dadurch ist, dass ich es mit ihr tei­len darf! 

Kei­ne Musik die­ser Welt könn­te je so schön sein, wie eben die­ser Umstand!

Alles Lie­be

Dani­el

8 Kommentare

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  • Dani­el, du bist ein Genie
    Ich wün­sche Lana und dir alles erdenk­lich Gute und möge eure Lie­be wei­ter­hin durch soviel Wär­me, Zunei­gung und Respekt zuein­an­der geprägt sein.

    • Vie­len herz­li­chen Dank, für die­ses außer­or­dent­lich lie­bens­wür­di­ge Feed­back, lie­be Jut­ta! Möge uns allen ein Leben mit unse­ren jewei­li­gen Part­nern beschert sein, das von gegen­sei­ti­ger Ach­tung, Zunei­gung und Wär­me geprägt ist!

  • Lie­ber Dani­el, shalom. Du hast in „3 Sät­zen” aus so unter­schied­li­chen Quel­len geschöpft. „Each pie­ce is uni­que in its­elf, but they com­ple­ment each other won­derful­ly. You brought tog­e­ther dif­fe­rent ele­ments from dif­fe­rent styl­es and crea­ted tog­e­ther a beau­tiful Harm­o­ny”! sag­te mein Sohn Meron eben nach­dem wir Dei­ne Kom­po­si­ti­on als Mit­tags­kon­zert gemein­sam gehört haben. Dein von den begab­ten Musi­kern gespiel­tes Werk „streicht” wohl­tu­end und „strei­chelt” sanft wie eine musi­ka­li­sche Sal­be an den Sai­ten unse­rer See­len als Zuhö­rer. Vie­len lie­ben Dank! Mögen Lana, Du und die gan­ze Fami­lie Korn gesund und glück­lich gemein­sam bis 120 wei­ter so har­mo­nisch schöp­fe­risch wir­ken. Herz­lich, Dein Ari Lipinski

  • Lie­ber Daniel,
    end­lich hat­te ich aus­rei­chend Muse mir Dei­ne Bei­trä­ge in einem Kon­ti­nu­um zu erschlie­ßen, sowohl über Dei­ne Text­bei­trä­ge als auch beim Zuhö­ren der akus­ti­schen Bei­trä­ge – ich bin wirk­lich zutiefst beein­druckt in vie­ler­lei Hin­sicht – wie unglaub­lich groß­zü­gig, dass Du uns an die­sem Schaf­fens­pro­zess in die­ser Aus­führ­lich­keit teil­ha­ben lässt. Dass Du tat­säch­lich eine Ein­spie­lung der Kom­po­si­ti­on mit einem leib­haf­ti­gen Quar­tett hast initi­ie­ren kön­nen, ist die Krö­nung die­ses lan­gen Weges. Wäre es nicht loh­nend, die­se Musik noch­mal im Rah­men eines Kon­zerts hören zu können !?
    Ganz herz­li­che Grü­ße auch an Lana – Dei­ne offen­sicht­li­che uner­schöpf­li­che Inspiration !
    Petra

    • Lie­be Petra,

      sehr herz­li­chen dank für Dei­nen aus­ge­spro­chen lie­bens­wür­di­gen Kommentar. 

      Kon­zert? Sehr ger­ne! Man müss­te aber mal über­le­gen, in wel­chem Rah­men, denn das gan­ze Quar­tett hat zusam­men­ge­nom­men eine Auf­füh­rungs­dau­er von knapp 20min. Es kann also eigent­lich nur Teil eines grö­ße­ren Kon­zerts sein.

      Ganz lie­be Grüße

      Dein Dani­el

    • .….….…ja, lie­ber Dani­el, das kön­nen wir mal gemein­sam über­le­gen !? Ich habe da schon eine Idee.….….….….…

    • .….….….….….……ja, lie­ber Dani­el, Du hast recht, dar­über habe ich auch nach­ge­dacht und – ich habe da schon eine Idee !!! Herz­lichst – Petra

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